Auch die Frauen tragen seit 2019 ein Kandidatinnenturnier aus. Hier gewann damals ziemlich überraschend Alexandra Gorjatschkina aus Russland und qualifizierte sich damit für den WM-Kampf jetzt im Januar gegen Ju Wenjun aus China.

Eigentlich hat man Gorjatschkina immer etwas unterschätzt, war sie doch beim Kandidatinnenturnier nur die Nummer 9 der Weltrangliste. Das sollte sich aber bis zur WM gründlich ändern, sie holte Monat für Monat auf und ging mit einer ELO von 2578 (im Vergleich zu 2584 von Ju Wenju) fast gleichauf in die zwölf Partien, die in Shanghai und Wladiwostok gespielt wurden.

Es endete 6 zu 6. Aber nicht wie bei Carlsen gegen Caruana mit zwölf Remis, sondern mit einem Feuerwerk von 6 siegreichen Partien und 6 Remis. Es musste das Stechen her, in dem Gorjatschkina zweimal einen Sieg knapp verpasste, die dritte Partie verlor und nach einem abschließenden Remis den Tiebreak 1,5 zu 2,5 verlor und Ju Wenju zur Titelverteidigung gratulieren musste.

Auch einen Skandal gab es. Diesmal um die iranische Schiedsrichterin Shohreh Bayat. Sie hatte ihr Kopftuch während der ersten Partien zu leger getragen, was zu Protesten vom Iranischen Staatsfernsehen und Iranischen Schachverband geführt hat. Als sie dann beim Iranischen Schachverband nachfragte, ob sie nach dem WM ohne Sorge wieder nach Hause reisen könne und keine Antwort enthielt, verzichtete sie komplett auf das Kopftuch und wird ihre Heimat vorläufig meiden.

Trotzdem, es war eine große Werbung fürs Schach.

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