In Altbach am Neckar, gegenüber von Deizisau, fanden Ende Juni nicht nur Schülerturniere statt, sondern auch ein WAM, an dem mit Luca, Lucia, Leonas und Ludwig gleich vier Jugendspieler des Schachclub Letten, äh Stetten teilnahmen. Bei heißen Temperaturen verwandelte sich die Sporthalle ab dem Mittag in eine Sauna, kühle Getränke, ausreichende Verpflegung und eine gute Organisation sorgten aber für ein tolles Turnier. Vielen Dank an die Veranstalter!

Ludwig schaffte eine ausgeglichene Bilanz, hier der spannende Turnierbericht von Philipp:

“Partie 1 – Hannes Lucas Gheng (Weiß) vs. Ludwig Glaser‑Gallion (Schwarz) | 0‑1

Seit ihrem ersten Duell Ende 2022 verbindet Hannes und Ludwig ein freundschaftlicher Ehrgeiz, und das merkte man sofort. Ludwig nahm das frühe Bauern­opfer, neutralisierte den schnellen Druck und sicherte sich einen Mehr­bauern bei stabiler Königs­stellung. Als Hannes zum Königs­angriff blies, konterte Ludwig mit einem Springer­manöver, das die weiße Festung in ihre Einzel­teile zerlegte. Ein taktisch feiner Turm­schwenk nach h3 besiegelte das Schicksal des weißen Königs – saubere Technik, erster Punkt.

Partie 2 – Ludwig Glaser‑Gallion (Weiß) vs. Wenchu Li (Schwarz) | 0‑1

Gegen das aufstrebende Talent Wenchu startete Ludwig mit Raum­vorteil und Initiative. Dann griff er nach einem scheinbar harmlosen Bauern, verlor dabei Zeit und öffnete ungewollt die h‑Linie. Wenchu bündelte sofort alle Schwer­figuren, opferte mutig Material und riss die Königs­deckung auf. Das resultierende Mattnetz war lehr­buch­reif – eine kühle Lektion in Sachen Dynamik und Zeit­management.

Partie 3 – Lars Göltenboth (Weiß) vs. Ludwig Glaser‑Gallion (Schwarz) | ½‑½

Früher Damen­tausch, klar strukturiertes Mittel­spiel: Ludwig stellte seine Springer zentral auf und hielt das Gleich­gewicht, obwohl Lars ihm keinen Millimeter Raum schenkte – vielleicht inspiriert vom jüngsten Schlag­abtausch mit Ludwigs Vater Philipp. Beide Seiten testeten die gegnerischen Bauern­ketten, doch keine fand den entscheidenden Hebel. Nach einem letzten Turm­manöver war die Stellung komplett austariert; der logische Handschlag besiegelte ein solides Remis in einem Klassespiel.

Fazit des Tages: 1½ / 3 für Ludwig, dazu viel Schweiß, noch mehr Spaß und das sichere Gefühl, dass sich in Altbach immer ein Besuch lohnt – Hitze hin oder her.


Leonas erreichte in seiner Gruppe gegen drei 1000er Gegner sogar 2 Punkte, sportlich eine starke Leistung! Ein Sieg und zwei Remis, also ungeschlagen. Sehr ungewöhnlich für die Spielstärke und die Altersstufe, dass es so viele Remis gibt, aber ganz wie die Großmeister! 😉


Luca schaffte in seiner Gruppe gegen 1100er Gegner nur einen Sieg, was ihn ein paar DWZ-Punkte kosten wird. Trotzdem, es kommt bei diesen Turnieren hauptsächlich darauf an Erfahrung zu sammeln. Und er hatte auch bei den zwei Niederlagen immer viele Ideen und realistische Siegchancen, die ihm diesmal noch verwehrt blieben. Man kann nicht immer alle Chancen nutzen, das kommt dann aber vielleicht schon im nächsten Turnier.

In dieser Stellung sah Luca z.B. mit Schwarz schon wie der Sieger aus, wie gewann Weiß am Zug trotzdem noch?


Die Königin von Altbach war diesmal aber Lucia, die drei Siege aus drei Spielen holte und damit über 100 DWZ-Punkte hinzu gewinnt. Ihr gelang ein toller Schwarzsieg im Endspiel und ein toller Damenfang mit Weiß. Und etwas Glück gehört dann auch mal dazu.

Was übersah ihr Gegner in dieser Stellung?


Jugendpokalturniere und WAMs werden laufend übers ganze Jahr organisiert. Vielen Dank an die Organisatoren für diese tolle Möglichkeit für Jugendliche und Erwachsene Turniererfahrung zu sammeln.

https://wsj-schach.de/menue/wuerttembergische-turnierserien


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