Aufgrund einer Fortbildung und da nicht genug Helfer aus Reihen der Eltern eingesprungen sind, mussten letzten Donnerstag die Schach-AGs und das Jugendtraining leider ausfallen. Umso ruhiger und entspannter startete aber der Spielabend der Erwachsenen und wir entschieden uns Claus-Dieter noch einmal die Chance zu geben Aufschreiben zu üben in einer echten Trainingspartie gegen Jürgen. Es sollte sehr lehrreich und spannend werden …


Jürgen mit Weiß wählte das Damengambit um Claus-Dieter nicht gleich schon in der Eröffnung mit trickreichen Nebenvarianten zu überraschen. So erhöht sich die Chance auf eine längere Partie und einen größeren Trainingseffekt. Umso überraschender als Schwarz dann selbst in die Eröffnungs-Trickkiste griff und die Tarrasch-Verteidigung auf Brett brachte:


Jürgen kam hier schon deutlich ins Grübeln, hatte er seinen DWZ-losen Gegner etwa unterschätzt? Es entstand eine Isolanistellung, die für diese Eröffnung typisch ist. Angeblich soll Tarrasch selbst einmal gesagt haben: “Wer Angst hat mit einem Isolani zu spielen, sollte mit Schach aufhören!”

Schwarz kann mit dem Isolani im richtigen Moment vorrücken und ihn auflösen oder ihn als Vorposten für die Springer nutzen um einen Angriff am Königsflügel zu lancieren. Weiß versucht hingegen das Feld vor dem Isolani zu kontrollieren und geschickt Figuren abzutauschen, damit er im Endspiel auf Vorteil spielen kann.


In der Partie konnte Claus-Dieter sehr zufrieden sein. Die Leichtfiguren entwickeln, Rochade gemacht und die Türme verbunden. Er war super durch die Eröffnung gekommen gegen einen 1900-ELO-Spieler wie Jürgen. Jetzt muss man aber eigene Pläne fassen und das lief leider in einen fulminanten Konter von Jürgen.

Einen Bauern konnte Schwarz zwar noch gewinnen in folgender Stellung, die bessere Idee wäre aber Sd3 mit einem möglichen Opfer auf f7 gewesen. Das sind aber genau die Motive, die man durch solche Trainingspartien kennenlernen und verinnerlichen kann.


Nach dem Bauerngewinn ist die Stellung leider verloren gewesen, Jürgen spielte es aber auch einfach zu stark, wie ein Computer eine Taktik nach der nächsten sehend. In folgender Stellung sind zu viele Figuren von Schwarz gar nicht gedeckt oder nur einmal gedeckt, da tauchen oft Taktiken auf:


Zum Abschluss ließ es sich Jürgen auch nicht mehr nehmen sogar noch ein Damenopfer einzustreuen und von der schwarzen Grundreihenschwäche zu profitieren:


Die anschließende Analyse bestätigte wie stark Schwarz durch die Eröffnung gespielt hatte, aber auch wie brilliant Jürgen konterte und die Partie nach Hause brachte. 1900er ELO-Spieler sind aktuell aber auch noch nicht der Maßstab für Claus-Dieter. Dafür entdeckte er aber in der Vereinsbibliothek ein Buch von Siegbert Tarrsch, das er sich gleich ausgeliehen hat.

Bis nächste Woche beim Spielabend!


2 Comments

CD · 17. July 2025 at 16:16

Vielen Dank an Jürgen für die Partie und an Rafael für die Analyse und den Buchtipp.

1

    Rafael · 17. July 2025 at 23:14

    Gern geschehen! In der ungewohnten Eröffnung hast du Jürgen ganz schon dran gekriegt. Danach drehte er aber groß auf. Er ist immer sehr gefährlich mit Fallen und Taktiken.

Leave a Reply

Avatar placeholder

Your email address will not be published. Required fields are marked *