Am letzten Samstag fand in Neuhausen auf den Fildern ein WAM statt, organisiert vom Schach-Club Sillenbuch. Und mit Gerhard, Kai und mir waren gleich drei Stettener am Start.

Die Sillenbucher organisieren in letzter Zeit vermehrt tolle Turniere, da die Räumlichkeiten aber begrenzt sind, wich man mit dem WAM ins Gemeindehaus bei der Mozartschule in Neuhausen auf den Fildern aus. Bei den WAMs wird das Teilnehmerfeld nach DWZ sortiert und von oben kommend Vierergruppen gebildet, die dann jeweils für sich ein Turnier und einen Sieger/Siegerin ausspielen.

Gerhard in Gruppe 6 traf auf jugendliche Gegner, die immer schwer einzuschätzen sind. Er spielte alle drei Partien auf Augenhöhe mit, konnte aber nur ein einziges Remis festhalten, eineinhalb Punkte wären eher verdient gewesen. So reichte es nur zum 4. Platz, der ihn einige DWZ Punkte kosten wird. Insgesamt war ihm aber der Spaß sichtlich anzumerken und jede Turnierpartie ist Gold wert um sich weiterzuentwickeln.

Kai traf in Gruppe 5 auch auf eher jugendliche Gegner, die vom Niveau auf DWZ 1400 bis 1500 DWZ einzuschätzen waren. Er kämpfte jede Partie bis zum Ende aus und war spät abends noch der letzte in der Halle, eine Zeitnot-Schlacht folgte der nächsten. Insgesamt spielte er starke Partien, der Zeitmodus ohne Inkrement und Bonuszeit kostete ihm aber ein besseres Ergebnis. Am Ende bedeutete ein Sieg aus drei Spielen Platz 3 in seiner Gruppe.

Mir blieb die erste Gruppe erspart, die diesmal mit 2000er und einem 2100 Spieler sehr stark besetzt war. An einem Brett wurde sogar live mit Bild übertragen, war doch die irische Schachstreamerin WFM Diana Mirza auch am Start. Ich erreichte in Gruppe 2 zwei Siege bei einer Niederlage.

Damit lagen drei Spieler punktgleich vorne, ohne dass der direkte Vergleich einen Sieger ergeben hätte. Im Blitzendscheid konnte ich einen Sieg und ein Remis holen, so dass zwei punktgleiche Spieler übrig blieben, hier schenkte mit dann Fortuna beim Münzwurf den Gruppensieg.

Vielen Dank an die Organisatoren und Helfer vom Schach-Club Sillenbuch für die tolle Organisation und Verpflegung!

[Bericht von Rafael.]


5 Comments

Tom · 19. May 2025 at 14:56

Nur im Würfelschach ist es unzweifelhaft, nach einer Niederlage zu behaupten, kein Glück gehabt zu haben. Andere sagen wiederum, “Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten”. Man kann aber auch argumentieren “Steter Tropfen höhlt den Stein”. Kann man aber wirklich ernsthaft behaupten, der Schmerz der Niederlage(n) könne einem auch Freude bereiten? Sicher ist, man muss das Schachspiel schon sehr lieben, um Caissa eine Niederlage nach der anderen verzeihen zu können. 😇😉 Der abgebrühte Schwaben-Schachspieler sagt wiederum: “’s muass sich viel ändra, wenn ’s so bleiba soll, wia ’s isch!” 😎

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    Rafael · 19. May 2025 at 20:42

    Gerhard hat sich hinterher geärgert, dass er nicht zumindest einen Sieg festgehalten hat. Wenn ich ihn aber während der Partien betrachtet habe, dann konnte man richtig sehen was das für ein tolles Erlebnis für ihn war und dass es ihm auch ordentlich Spaß gemacht hat.
    Kai ist inzwischen sehr reif in seinen Eröffnungen, gibt die Partien am Ende noch zu oft weg. Daran kann man aber arbeiten. Tragisch war, dass er in der letzten Partie in Gewinnstellung über die Zeit geschubst wurde. Da hätte er vielleicht auf Remis reklamieren sollen.
    Ich war extrem zufrieden mit meinen zwei Schwarzsiegen. Vor allem nach dem schlechten Abschluss in der Liga. Nach dem zweiten Spiel merkte ich aber die lange WAM-Pause und dass mir die Turnierhärte für drei Partien fehlte. Zudem hatte ich den schwersten Gegner zum Schluss. Immerhin war ich dann trotzdem noch der Stärkste im Blitz, schon ewig her, dass ich mal einen Pokal gewonnen habe. 🙂

      Tom · 19. May 2025 at 21:39

      Gratulation! Der 🏆 war auch hart erkämpft!

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      Kai · 20. May 2025 at 20:52

      Lieber mit wehenden Fahnen untergehen als ein Remis reklamieren. 😉 Meine Endspiele bleiben mangels Notation weiterhin geheim.

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      Tom · 21. May 2025 at 14:15

      Warum so mancher Spieler mit diesem WAM-Zeitformat Probleme hat und durch Zeitüberschreitung verliert, das liegt meist daran, dass dafür die praktische Übung fehlt und das Zeitmanagement mangelhaft ist. Das ist oft ein Zeichen für ein grundlegendes mentales Problem. Gegen Jugendliche ist dieses Problem meistens ein doppelter Nachteil. Zudem muss man in Zeitnot konditionell und mental Topfit sein. Es ist natürlich sehr bitter, wenn man mit Gewinnaussichten auf diese Art eine Niederlage kassiert. Mentales Training kann da sehr viel verbessern, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen. Dann gewinnt man diese Partien.

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