Das traditionsreiche Sommerschachturnier in Dortmund feierte in diesem Jahr schon sein 40jähriges Bestehen. Es wurde zum Jubiläum nicht nur ein Hobby- und Vereinsspieler-Turnier angeboten, sondern auch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Schnellschachturnier, Blitzturnier und einem Simultan gegen GM Eckhard Schmittdiel. Und das alles für nur 10 (!) Euro Startgeld! Und unser Vereinsmitglied Wilfried war wieder bei allem mit am Start.

Bild: keuning.haus

Bei 90 Anmeldungen war Wilfried im Vereinsspieler-Turnier in der Startrangliste auf Platz 40 und erhielt somit in Runde 1 einen leichteren Gegner, den er mit den schwarzen Steinen aus der Eröffnung heraus gut ausspielen konnte. Nachdem sein Gegner die letzten möglichen Remisvarianten nicht finden konnte, ergab sich folgende kuriose Endstellung, in der Weiß versuchte die Fesselung des Turm auszunutzen. Er hatte dabei aber etwas übersehen, was?


Nach dem leichten Sieg in Runde 1 folgte mit Weiß eine schwere Partie in Runde 2 gegen einen 1800er Gegner, die unter Zeitdruck in einem unvorteilhaften Springer-Bauern-Endspiel verloren ging. Positiv daran war, dass somit in Runde 3 wieder ein leichterer Gegner folgte, dem Wilfried in der Nimzo-Indischen Verteidigung bereits einen Bauern “stehlen” konnte und die Partie später mit einem fulminanten Angriff am Königsflügel gewann.

In dieser Stellung erzwang er mit Df3+ den Damentausch und “nötigte” seinen Gegner zur Aufgabe. Es wäre aber auch ein Matt möglich gewesen, wie?


In Runde 4 setzte es, wieder mit Weiß spielend, gegen einen aufstrebenden 1700er die nächste Niederlage nach einer Marathonpartie von deutlich über 70 Zügen. Es war also ein Muster zu erkennen von Pflichtsiegen gegen schwächere Gegner und umkämpften Niederlagen gegen Stärkere, wobei umkämpfte Verlustpartien ja leider auch nur 0 Punkte bringen.

Es folgte am Wochenende das Schnellschachturnier, das Wilfried mit 3,5 Punkten aus 9 Runden entsprechend der Startrangliste erwartbar abschloss. Souveräner Sieger mit 9 aus 9 wurde GM Schmittdiel, der früher auch Spielabende in Stetten besuchte.

Bild: Schachgemeinschaft Dortmund

Im Simultan am Sonntag gelang Wilfried in der zweiten Partie dann eine Überraschung, als der Großmeister nicht mehr als ein Remis gegen ihn herausholen konnte. Das brachte nicht nur viel Anerkennung, sondern auch noch mit zwei Töpfen Weingummies den Hauptpreis in der Schach-Tombola. Ein rundum gelungener Tag. 🙂


Runde 5 brachte den nächsten Schwarzsieg gegen einen überforderten 1400er Gegner, der bereits nach 22 Zügen aufgab, womit in Runde 6 wieder ein “Brocken” anstand, mit Weiß gegen einen 1900er. Diesmal konnte Wilfried aber nach schwerer Eröffnung die Stellung konsolidieren und zumindest einen halben Punkt festhalten, als sein starker Gegner realisierte, dass er schlechter stand und lieber ein Remis anbot. Welcher Zug hätte Weiß in Vorteil gebracht, wenn man sich nicht auf die Punkteteilung geeinigt hätte?


Die letzte Runde ging dann verloren gegen einen sehr erfahrenen Gegner, der früher schon deutlich über 2000 ELO hatte, so dass am Ende 3,5 Punkte aus 7 Runden standen und ein kleiner DWZ Gewinn auf 1613. Zufrieden mit dem Ergebnis gelang Wilfried im abschließenden Blitzturnier noch ein 22. Platz mit 5 Punkten aus 9 Runden.

Alle Turnierergebnisse hier: https://sgdo.info/sommerschach-ergebnisse-und-auslosungen

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner und Teilnehmer. Und vielen Dank an Wilfried für die lebendigen Zwischenberichte vom Turnier!


4 Comments

Wilfried · 4. August 2025 at 0:05

Guten Abend
Vielen Dank für den netten Bericht!
Natürlich habe ich bei den Berichten versucht soviele Infos wie möglich Rafael weiterzugeben damit er einen Turnierbericht daraus erstellen kann.
Das Turnier ist immer toll & ich freue mich jedes Jahr darauf.
Die Sache mit den 2 Weingummitöpfen war folgendes:
Einen Topf gab es für das Remis gegen GM Schmittdiel + ein 2. Topf bei einem kleinen Preisausschreiben. Man sollte schätzen wieviele Punkte der GM am Ende einsammelte. Wer am nächsten an der Wahrheit war bekam einen Preis, das waren ein paar Tipper neben mir. Ich schätzte 27 & es wurden 21,5 am Ende. Glaube es gab ein Spielraum bei der Lösungsabgabe. ALLE innerhalb dieser Grenze gewannen etwas & ich war noch knapp dabei.
Da war nichts anderes für mich auf dem Tisch, so nahm ich die 2 Weingummitöpfe wobei ich einen gleich dem Frauchen abgab. Meinen habe ich bereits aufgegessen & beim Frauchen ist auch nicht mehr viel drin. Beim Blitzturnier gewann ich noch paar Salamiwürstchen, also verhungern werde ich wohl hier nicht.
Soweit diese Infos meiner Seite.
Ich bin sogar auf einem Foto drauf, mit Vereins-T-shirt & Hosenträgern, weil mit Gürtel durch meine ‘Bauchmuskulatur’ die Hose nicht hält.
Viele liebe Grüße aus Dortmund sendet Wilfried.

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Rafael · 4. August 2025 at 1:00

Sehr gern geschehen! Ich habe mitgefiebert und berichte immer gerne, wenn ein Vereinskollege irgendwo ein tolles Turnier mitspielt.

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Tom · 5. August 2025 at 0:52

Lieber Wilfried, Du solltest dringend den Hosenträger andersherum montieren. Dann kann man das Vereinslogo auf dem Rücken wieder einwandfrei erkennen! ;-))

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Wilfried · 5. August 2025 at 20:37

Das stimmt wohl, hehe. Aber ohne Witz, diese Hosenträgerart ist wirklich toll! Normal sind ja 4 Haltepunkte an der Hose. Irgendwann verknotet sich aber der Kreuzungspunkt am Rücken. DIESES Modell hat nur 3 Haltepunkte, vorne 2 + hinten 1. Da verknotet sich nichts mehr & die Hose hält genauso gut. Rafael hatte ja meine Bauchmuskulatur live mal ‘bewundern’ können. Ich bekam irgendwann eine Laktoseintolleranz im Alter. Dadurch wird automatisch jede Restlaktose im Essen in Bauchmuskulatur umgewandelt, wo ich lebenslang immer sehr dünn war. Nun bin ich immernoch dünn geblieben, außer der Bauch, der wird immer muskulöser, daher hält kein Gürtel bei mir mehr.
Es gibt aber schlimmere Leiden wenn man so alt wie ich bereits wurde.
Ich würde mich sehr freuen vielleicht bei einem zukünftigen Sommerschach aus dem Verein Spieler begrüßen zu dürfen! Kulinarische Ernährungsorte würde ich als ‘Reiseführer’ ebenfalls zeigen können, was ich gerne machen würde. Auch Dortmund kann gut schmecken wenn man weiß wo man hingehen muß.
Gruß Wilfried

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