Schon seltsam, da sitzt man zuhause, und genießt den freien Tag, und dann kommen so nach und nach Aktualisierungen zu den laufenden Turnieren über WhatsApp rein. Die Spannung lässt sich einem Nicht-Schachspieler wohl kaum vermitteln.

Konkret waren Audrey (ihr erstes ernstes Turnier), Difu das erste Mal bei der WAM, und Jan Philipp in Böblingen unterwegs. Zudem gab es noch in Ingersheim das viel-geliebte Tandemturnier jeder gegen jeden, an dem Robin und Rafael in separaten Teams antraten und Kai startete bei seinem ersten ELO-Turnier beim Schachherbst in Heidelberg über vier Tage.

Die ersten Nachrichten sahen nicht gut aus, hatten doch Audrey, Difu und Jan Philipp ihre erste Partie verloren. Dabei hatte es die Partie von Difu in sich, von den 3 gespielten war es meines Erachtens die schönste.

In der zweiten Runde konnte Difu seine gute Form bestätigen, und Jan Philipp bekam das zweite Ei. Das gibt es eben auch ab und an. In der letzten Runde lief es für beide wie geschmiert, beide gewannen, und das in Kurzpartien.

Am Ende bekamen beide ihre Medaille und waren doch erleichtert und zufrieden. Großartig! Und Audrey hat nicht nur wichtige Erfahrung gesammelt, was ganz wichtig ist, um sich weiterzuentwickeln, sondern am Ende mit 1,5 aus 5 Partien den Pokal für die beste Spielerin bekommen. Glückwunsch!


Wie erging es derweil Robin und Rafael in Ingersheim? Gespielt wurde im Vereinsheim Schönblick mit Aussicht über die Weinhänge und auf den Neckar. Ein toller Spielort mit perfekten Rahmenbedingungen, super Verpflegung und toller Organisation. Nicht ohne Grund gab es eine Rekordbeteiligung von 29 (!) Teams.

Diese große Beteiligung bedeutete aber auch, dass den Teilnehmern ein Marathon bevorstand, musste doch jeder gegen jeden spielen, also 28 Runden insgesamt. Robin und sein Partner starteten ambitioniert und blieben den ganzen Tag über in der Verfolgergruppe, konnten aber leider nie ganz nach vorne vorstoßen. Zu stark und eingespielt agierten die Teams an der Spitze, man konnte nur staunen.

Trotzdem reichte es zu einem hervorragenden 6.ten Platz, was gleichzeitig den 1.ten Ratingpreis für Teams mit DWZ unter 1800 bedeutete.

Viel schwerer taten sich da Rafael und Franz, letzterer hatte seinen Vater zur Teilnahme überredet. Doch entgegen der verwandtschaftlichen Beziehung, hatten beide noch nie ernsthaft miteinander Tandem im Team gespielt und kannten sich beide nicht wirklich gut mit Tandem-Eröffnungen oder -Taktiken aus.

Sie mussten also erst einmal zueinander finden, umso überraschender, dass sie am Ende als 23.ter auf insgesamt 10 Siege kamen, darunter einige hoch eingeschätze Mannschaften mit über 1800 DWZ, die sich selber wunderten, wer sie da gerade Matt gesetzt hatte.

Franz will nächstes Jahr unbedingt wieder mitspielen. Rafael liebt klassisches Schach und verweigerte jede Aussage, insgeheim musste er aber zugeben, dass es einen riesen Spaß gemacht hat!


Kommen wir zum Ambitioniertesten über die Feiertage. Kai traute sich tatsächlich an seinem ersten Internationalen Schach-Open mit ELO-Auswertung teilzunehmen. Beim 1.ten Schachherbst in Heidelberg wurde über 7 Runden aber nicht nur um ELO-Punkte gekämpft, sondern auch um einen Preisfond von insgesamt 6000 Euro.

Im A-Open traten 91 Spieler gegeneinander an, darunter einige GMs und IMs. Im B-Open für Spieler unter DWZ 1700 zeigte sich am ersten Tag nach zwei Niederlagen gegen gute Gegner, dass Kai mit den anderen 73 Spielern in der Gruppe nicht unbedingt um den Sieg, sondern eher mit der Form und der Konzentration kämpfte.

Doch am zweiten Tag, gegen leichtere Gegner, kam der Erfolg. Zuerst ein Remis, dann ein toller Sieg. Sollte man so langsam auf einen Rating-Preis schielen dürfen? Ja! Tag 3 brachte ein Superspiel gegen einen 1600er Gegner, das unglücklich verloren wurde, plus den nächsten Sieg gegen einen 1200er.

Es kam also aufs letzte Spiel an gegen einen fast 1300er Gegner. Würde es zum Rating-Preis in der Kategorie unter DWZ 1200 reichen? Leider nicht ganz. Hervorragend durch die Eröffnung kam Kai im Mittelspiel immer mehr in Bedrängnis, der Gegener hatte seine Türme verdoppelt und Kais König stand nicht sicher genug. Nach den folgenden Abwicklungen blieb bloß ein Turmendspiel mit ein, zwei Bauern zu wenig übrig um noch das Remis zu retten.

Es bleibt Platz 57 mit einer Turnierperformance von 1272, ein tolles Erlebnis. Und vielleicht entdeckt ihn ja noch jemand hier im Regionalfernsehen (links hinterm Turnierorganisatior): https://youtu.be/PHbabiRO-g8

Herzlichen Glückwunsch an alle Feiertags-Schachspieler und Spielerinnen!

[Bericht Markus und Rafael]


Hier die erste Partie von Difu mit Schwarz, bei der er einige Gelegenheiten hatte, die Partie für sich zu entscheiden. Aber hey, ein Computer sieht das alles, die Partie hat so ihre Tücken.

Hier die Partie in der zweiten Runde, in der Difu immer wieder Matt gedroht bekam, aber das nie vergaß.

Hier die Gewinnpartie von Jan Philipp am Ende. Schnörkellos nutzt er die Fehler seines Gegners.


Und hier der erste ELO gewertete Sieg von Kai im B-Open vom Schachherbst in Heidelberg:


1 Kommentar

Rafael · 9. Oktober 2019 um 23:00

Difu jetzt 1090, Jan Philipp 1201.

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