Die Schachgemeinschaft Fasanenhof veranstaltet jedes Jahr ein tolles Open über 5 Runden für Spieler unter DWZ 1700. Dieses Jahr kämpften 28 Teilnehmer um die Preisgelder, die z.B. für den Sieger 45 Euro betrugen. Und der SC Stetten war gleich mit 3 Spielern vertreten.

Für Robin ist es ein besonderes Turnier, hat er es doch vor 5 Jahren in sensationeller Manier gewinnen können. Und so startete er vielleicht etwas zu euphorisch und verlor in der ersten Runde gleich eine Figur in der Eröffnung. Kurz durchgeatmet, dann alle eigenen Figuren aktivieren und den Gegner trotzdem noch an die Wand spielen, Robin zeigte, dass er zu den Favoriten zählte.

Es folgte ein weiterer Sieg, in dem er sich trotz Materialausgleich eine völlig überlegene Stellung erspielt hatte. Diese Überlegenheit nutzte er um sich einen Freibauern nach dem anderen zu verschaffen bis der Gegner nur noch aufgeben konnte. Die nächste Runde gegen einen Mitfavoriten musste entscheiden, ob Robin seinen Coup von vor 5 Jahren wiederholen konnte und wurde leider seine schlechteste Partie in Fasananhof dieses Jahr.

Er übersah eine raffinierte Taktik des Gegners in der Eröffnung, was ihn einen Bauern und die sichere Königsstellung kostete. Jetzt mussten Siege her. Doch nach einem verpassten Sieg in einem komplizierten Endspiel gegen Rafael blieb am Ende „nur“ Platz 4 nach einem ausgekämpften aber ungefährdeten Sieg in der letzten Runde.

Eine gespielte Leistung von 1737 und eine neue DWZ von 1703 zeigen wie gut das Turnier dann doch war und wie stark Robin eigentlich wirklich ist.

Für Rafael war es das erste Open überhaupt und eine ganz neue Erfahrung, drei Tage fast nur mit Schach zu verbringen. Er spielte jede Runde an Brett zwei, lag also immer knapp hinter der Spitze, der Versuch in Runde 5 noch etwas zu erzwingen missglückte im Endspiel völlig, so dass aus einem Remis sogar noch eine Niederlage wurde und es in den Endabrechnung nur zum enttäuschenden Platz 8 reichte.

Zwei Siege, zwei Remis in spannenden Endspielen gegen starke Gegner, eine Turnierleistung von 1743 und eine neue DWZ von 1699 zeigen aber auch, dass es dann aber doch nicht so schlecht gewesen sein kann, es wurmt lediglich, wenn man mit einer Niederlage aufhört.

Kommen wir zum eigentlichen Helden des Turniers aus Stettener Sicht, auch wenn er am Ende „nur“ 24.ter wurde.

Kai spielte erst sein zweites ernsthaftes Turnier, war in der Startrangliste also eigentlich hoffnungsloser Letzter und schaffte es trotzdem schon sich eine DWZ-Zahl zu erspielen mit 1,5 Punkten aus 5 Runden. Und dabei geht es in den ersten Turnieren eher darum sich an die lange Bedenkzeit, das Aufschreiben und das Drücken der Uhr zu gewöhnen. Nein, Kai hatte das jetzt schon alles drauf, wirkte völlig ruhig und routiniert. Ein toller Auftritt.

Man merkte es schon in Runde 1, als er gegen den späteren Turniersieger antreten musste, wie stark er dagegen hielt und eher unglücklich selber in ein Mattnetz lief. Der nächste Tag musste einfach Erfolge bringen. Und so kam es auch …

In wilden Verwicklungen mit Chancen für beide brachte Runde zwei gegen einen 1300er Gegner das ersehnte Remis und damit die Voraussetzung um eine eigene DWZ zu erhalten. Es wurde aber noch besser. Sein jugendlicher Gegner, immerhin mit einer DWZ von 1250 hatte seine Türme auf der 3.ten Reihe verdoppelt. Kai merkte genau, dass die überlastet sind und die Deckung nicht aufrecht erhalten können, er gewann die Qualität.

Wie er danach aber auch den Gewinnplan sah, selber die Tüme verdoppelte und zu einem Glanzsieg kam, zeigte sein Potential. Dieser Sieg war wichtig. Da schadete es auch nicht mehr, wenn die letzten zwei Runden in Gewinnstellung noch „weggepatzt“ wurden. Am Ende blieb eine gespielte Turnierleistung von 1220 bei einem Gegnerschnitt von 1454, die erste DWZ lautet 1074, die wird in den nächsten Turnieren aber nach oben schießen.

Glückwunsch an alle Teilnehmer und ein großes Dankeschön an die tolle Organisation des SG Fasanenhof!


Ehre, wem Ehre gebührt. Kai kommt im zweiten ernsthaften Turnier zum ersten Sieg. Siegtaktik erkannt und Gewinnplan perfekt umgesetzt, eine schöne Partie!


R.K. gegen R.K., Robin und Rafael haben eine ähnliche Spielstärke, mögen dieselben Eröffnungen und übersehen beide Gewinnwege im Endspiel. Was soll dann schon anderes herauskommen als ein Remis?


1 Kommentar

Markus · 10. August 2019 um 16:38

Und wer lesen möchte, wie es Robin damals erging, der findet das auf unserer Website schon veröffentlicht. Und für die Faulen gibt es hier den Link auf das Turnier damals.

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