Das Auswärtsspiel in Aidlingen war alles andere als eine Pflichtübung. Aidlingen konnte in Bestbesetzung antreten, hieß für Timo bei seinem ersten Einsatz in der Kreisklasse, dass er gleich eine gut 400 DWZ-Punkte stärkere Gegnerin bekam. Die unterschiedliche Spielstärke schien aber bei den wenigsten Brettern eine Rolle zu spielen.


Zunächst lief alles wie am Schnürchen. Rafael hatte einen isolierten Damenbauern belagert und erobert. Der Gegner hatte sich wohl beim Schlagabtausch verzählt, sodass Rafael nicht nur den Bauern sondern dazu noch eine Qualität einheimsen durfte. Schon wenige Züge später war’s vorbei. Ähnlich flott schlug auch Robin zu. Mit Springeropfer und anschließendem Läuferspieß gab’s reichlich Material und nach knapp 2 Stunden bereits einen weiteren Punkt für uns. Auch beim Mannschaftsführer lief’s problemlos, hatte der Gegner doch auf die Rochade verzichtet und wartete vergeblich auf Konterchancen. Als nach einem Patzerzug Turmverlust drohte, gab er sofort auf.
Weniger erfreulich entwickelte sich Jürgen’s Partie. Die Kontrahenten hatten beide auf die Rochade verzichtet und die Könige aktiv ins Spielgeschehen gebracht.
Locker hätte Jürgen mit Springeropfer die Dame gewinnen können – die Kiebitze hatten’s gesehen, nur halt er nicht.
Und so kam’s wie es kommen musste, zum Minusbauer aus der Eröffnung heraus gesellte sich noch eine ganze Figur mit gleichzeitiger Aufgabe.
Wesentlich besser machte es Gert. Den gegnerischen Wunsch nach Bauernraub am Damenflügel brachte ihm schnell eine Qualität. Als der im Anschluss versuchte, die offenen Reihen geschlossen zu halten, reichte ein Turmopfer um 2 Leichtfiguren nebst Partie zu gewinnen.
Recht unglücklich verlief auf die Partie von Markus. Er hatte mutig die Dame in eine Springergabel gestellt, weil er davon ausging, dass er auch die gegnerische Dame gewinnen könnte. Bei der Abwicklung verzichtete er auf den Damenrückgewinn, weil er fürchtete, einen Turm zu verlieren. Somit entschloss er sich, die Dame für Springer und Turm zu geben, obwohl die errechnete Variante totalen Ausgleich gebracht hätte. Sämtliche Hoffnungen, den Gegner mit Grundreihenmatt doch noch überlisten zu können, scheiterten. Als die gegnerische Dame dann auch noch aktiv ins Spielgeschehen eingreifen konnte, war’s schnell vorbei.

Beim Stande von 4 zu 2 mussten die letzten beiden Bretter die Entscheidung bringen. Es war eine wahre Freude, wie Timo bei seinem Ersteinsatz in der Kreisklasse seiner Gegnerin Kopfzerbrechen bereitete. In einem Turmendspiel mit Bauern auf beiden Flügeln behielt er ständig die Übersicht, tauschte einen Bauern nach dem andern und holte mit einem Remis den entscheidenden halben Punkt zum Mannschaftssieg. An dieser Stelle Dank an seine Mutter, die bis zum Schluss dabei blieb, weil Timo unbedingt auch noch den Ausgang der letzten Partie mitverfolgen wollte.
Stefan hatte gegen Altmeister Kalwei einen schweren Stand. Mit 2 Minusbauern ins Endspiel gehend erinnerte er sich daran, dass h- und f-Bauer bei einem Turmendspiel nie gewinnen. Nach reichlich Gewinnversuchen musste dies auch sein Kontrahent einsehen und mit halbem Punkt zufrieden sein. Mit dem 5 : 3 bleiben wir SC Böblingen IV auf den Fersen.
Die Kreisklasse hat sich diese Saison zweigeteilt. Während die beiden vorderen Mannschaften alles gewinnen, nehmen sich die anderen Mannschaften die Punkte weg. Den Tabellendritten trennen gerade mal 3 Brettpunkte vom letzten Platz.

Unser nächstes Heimspiel findet am 3.2. gegen Böblingen V statt. Wenn’s nach der Spielstärke geht, eine ungleich schwerere Aufgabe. Wie wir aber bei dem Spiel gegen Aidlingen gesehen haben, entscheidet bei jedem Einzelnen die Tagesform.

(Bericht von Fritz)


Robin nutzte die erste Chance, um einen deutlichen Vorteil zu holen, den er bald in einen Sieg verwandeln konnte.


Markus hatte wiederholt einen schlechten Tag, und im Gegensatz zu den letzten beiden Spielen, als er sich wundersamerweise noch rettete, ging es diesmal ziemlich schnell zu Ende.


Dafür gelang Timo ein kleines Wunder, schaffte er doch ein Remis gegen die 400 Wertungspunkte bessere Gegnerin. Glückwunsch!


Die schönste Chance ließ Jürgen liegen, wer findet nach dem katastrophalen Zug des Gegners den sofortigen Gewinn? Nicht spickeln …


1 Kommentar

Rafael · 14. Januar 2019 um 23:28

Das Springeropfer von Robin war super, das verpasste Springeropfer bei Jürgen wäre der Knaller gewesen.

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