Nein, es ging nicht zum Tanzen gestern. Bei hochsommerlichen Temperaturen ging es zum Jugendpokalturnier und zum Turnier der Württembergischen Amateurmeisterschaft in die Sporthalle von Altbach, direkt am Neckar gelegen. Und es sollte ein besonderer Tag mit Schach für uns werden.

25 Kinder traten im WJPT an, U8, U10 und U12 spielten gemeinsam fünf Runden Schweizer System, gewertet wurden die Altersklassen dann aber am Ende getrennt.

In der WAM traten insgesamt 48 Spieler in Vierergruppen gegeneinander an. Die Gruppen werden nach DWZ-Stärke gebildet, so dass sich jeder mit halbwegs gleichstarken Gegnern messen kann.

Difu vertrat den SC Stetten im WJPT, Altersgruppe U8 und schaffte 3 Punkte aus 5 Runden. Das war am Ende Platz 4 in der U8, was nicht ganz die starke Leistung wiederspiegelte, die er zeigte.

Beeindruckend war seine Energie, trotz hoher Temperaturen, er wirkte Nachmittags noch genauso frisch wie am frühen Morgen. Und er hatte einige ausgekämpfte Partie, die längste über 80 Züge.

Jetzt aber zu unseren Debütanten Jan Philipp, Lukas und Neumitglied Kai. Für alle drei sollte es der erste Auftritt im WAM-Turnier werden mit ganz unterschiedlichen Verläufen, vielen Aufs und Abs, Überraschungen und auch kleinen Enttäuschungen.

Kai spielte sein erstes klassiches Turnier mit langer Bedenkzeit, Aufschreiben und DWZ-Auswertung und wurde in Gruppe 6 schon sehr hoch gesetzt, was nicht nur heißt, dass die Gegner kaum Fehler machen sondern auch, dass sie die Fehler der Gegner schon ziemlich gnadenlos bestrafen.

So reichte es mit drei Niederlagen nur zum letzten Platz in der Gruppe, er hat mit seiner Ruhe, Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit aber jedem seiner Gegner schon alles abverlangt und hat sich keinerlei Nervösität anmerken laassen.

Ebenso drei Niederlagen kassierte Lukas in Gruppe 11, womit aber auch zu rechnen war, weil ja noch nie auf diesem hohen Niveau an einem ernsthaften Turnier mit klassischer Bedenkzeit teilgenommen hat.

Womit aber niemand gerechnet hat, war, dass er problemlos mit jedem seiner drei Gegner mitspielen konnte und in jeder Partie halbwegs ausgeglichen ins Mittelspiel kam, in zwei Spielen sogar mit Siegchancen.

Ihm fehlt aber noch ein bisschen Erfahrung und Training, dann werden auch demnächst seine Gegner zuerst den Fehler machen und er davon profitieren. Die positive Entwicklung im letzten Jahr ist unübersehbar bei ihm und solche Turniere sind genau das, was man zur Weiterentwicklung benötigt.

Bleibt Jan Philipp, dessen Spielstärke so in die Höhe geschossen ist im letzten Jahr, dass er nicht mehr an den WJPT-Turnieren teilnehmen darf. Er trat in Gruppe 8 vom WAM an und musste gleich im ersten Spiel gegen einen Erwachsenen ran, den er in der Eröffnung richtig unter Druck setzte. Ein unscheinbarer Damenzug entpuppte sich dann als großer Patzer, hatte ganz harmlos ausgesehen, sein erfahrener, spielstarker Gegner nutze das sofort, brauchte aber noch 40 Züge um den Vorteil zum Sieg zu führen.

Ist Jan Philipp doch noch nicht so stark wie seine DWZ-Zahl aussagt?

Doch! Die nächste Partie zeigte, dass er tatsächlich schon so stark ist inzwischen. Äußerst dominant und überlegen spielte er seinen zweiten Gegner förmlich schwindlig und gewann nach 29 Zügen. Und das den Tüchtigen auch mal das Glück hilft, zeigte sich in Partie drei, als er auf Verlust stehend, noch einen letzten Mattangriff erfolgreich ins Ziel bringen konnte.

Platz 2 in seiner Gruppe, eine tolle Silbermedaille und die lobenden Worte vom Bezirksjugendleiter waren der Lohn.

Glückwunsch an Difu, Jan Philipp, Lukas und Kai, hat Spaß gemacht zuzuschauen!


Difu spielt immer auf Angriff und sucht jedes Matt!


Jan Philipp zeigt, dass er wirklich schon so gut ist!


3 Kommentare

Robin · 2. Juli 2019 um 18:05

Also der Lxg6 sieht ja schon echt gut aus 😀

    Rafael · 2. Juli 2019 um 22:38

    Ich stand daneben und hatte zugeschaut. Lxg6 war schon gut. 25. … Sxd4 hatte er im Angriffseifer nicht auf der Rechnung gehabt, da wirkte er überrascht und musste erst mal nachdenken.

    Markus · 3. Juli 2019 um 21:17

    Selten, dass man was schlagen kann (Bauern), der von 2 Bauern und der Dame gedeckt ist. Aber hey, das ist Schach!

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