Was macht man im neuen Jahr, nachdem man die Weihnachtsferien schachlos verbracht hat: man besucht das nächste Jugendturnier. Letzten Samstag war in den Lessing-Schulen einiges los, fanden doch zeitgleich die Bezirksjugendeinzelmeisterschaft U8, ein Jugendpokalturnier, ein Schulschachturnier und auch noch eine WAM statt. Und von uns waren 6 Kinder und Jugendliche am Start: Luca bei der U8, Ludwig und Dian beim JPT, Difu, Timo und Jan Philipp bei der WAM (aber in unterschiedlichen Gruppen). Und natürlich waren auch Audrey und Tiffany bei der WAM dabei.

Luca spielte ein durchwachsenes Turnier, und landete am Ende auf dem 7. Platz bei der Bezirksjugendeinzelmeisterschaft U8 (BJEM). Er hat ein sehr gutes schachliches Verständnis, aber spielt immer noch komplett aus dem Bauch. Und in Eröffnungen probiert er immer noch einiges aus, was ihn mindestens einen Punkt gekostet hat. Aber auch die Turnierleitung und Schiedsrichter sagten, dass Luca zwar nicht schreiben könne, dafür aber seinen Gegnern beim Aufschreiben immer die korrekten Züge vorgesagt hat 😉

Dian sammelte 3 Siege, mit teils schönen Mattführungen, wenn er erst mal die (vielen) Fehler vermeidet in seinen Spielen, dann wird er noch einen großen Sprung machen. Schön, dass er immer wieder bei Turnieren mitmacht, und offensichtlich viel Spaß dabei hat.

Ludwig landete einen überzeugenden Sieg bei der U10, und hätte fast noch den Führenden bei der U12 überholt. Seine 3 Siege waren alle verdient, und auch seine 2 Unentschieden hätte er noch in Siege verwandeln können. Man kann gespannt sein, wie er in 3 Wochen bei der BJEM U10 dann abschneiden wird. Dabei spielt er erst seit etwa 6 Monaten ernsthaft Schach, das erste Turnier erst im Dezember letzten Jahres.

Difu hatte nach einigen schwächeren Turnieren einen guten Tag, mit einem Remis gegen den Besten, und 2 sicheren Siegen gegen die anderen. Schön, dass es mal wieder geklappt hat. Leider hat er am Ende den Stichkampf gegen den anderen Ersten verloren, aber trotzdem ein gutes Turnier für ihn. (Und er hat dann gleich am Sonntag im Mannschaftsspiel noch ein Remis geholt.)

Timo möchte wieder etwas öfter spielen, und nutzte die WAM, um sich noch schnell für die BJEM in seiner Altersgruppe zu qualifizieren. Aber leider gingen alle 3 Partien verloren, in einer war er eigentlich schon auf der Siegerstraße. Mit mehr Übung werden die nächsten Turniere sicher wieder besser ausfallen.

Jan Philipp war nach Böblingen und Schwäbisch Gmünd (nach eigener Aussage) „etwas schachmüde“, aber diese WAM lies er sich trotzdem nicht entgehen. In seiner Gruppe spielte ein blinder Schachspieler, was ganz neue Herausforderungen mit sich brachte. Ich habe leider noch keine Ergebnisse von ihm, aber er spielt zur Zeit oft am Limit, mal sehen, wann das endet.


Hier noch einige der Partien, die für die Stettener Spieler etwas freundlicher ausfielen (niemand will seine Verlustpartien im Netz sehen). Kann noch dauern, bis die Partien überarbeitet sind …


4 Kommentare

Rafael · 19. Januar 2023 um 7:58

Magnus Carlsen hat die Haare wieder kürzer, vielleicht würde das Timo ja auch helfen! 😉
Schön, dass alle die Erfahrung sammeln und es genug Themen gibt (Notation, Eröffnungen, Fehler vermeiden, etc.), an denen man noch arbeiten kann.

Markus · 19. Januar 2023 um 12:09

Wir hatten am Dienstag und Mittwoch Abend dann je eine 1-stündige Session für Interessierte, und ich habe den Eindruck, dass beim Nachspielen der Partien (wenn man die vorher ordentlich erfasst und schon ein wenig analysiert hat) einiges passiert. Wir haben auch eine Luca-Partie auseinandergenommen, wo er ohne Vorbereitung ins Zwei-Springer-Spiel reingestolpert ist, und dann halt irgendwann eine Figur weg war. Wichtig ist, dass die Kids verstehen, dass sie jetzt auf einem Niveau unterwegs sind, auf dem schon kleine Fehler oft böse bestraft werden.

Tom · 19. Januar 2023 um 13:18

Jan Philipp hat ja auch noch das Staufer Open zu Jahresbeginn gespielt. Nach zuletzt schönen Erfolgen und Steigerungen setzte es zuletzt beim Staufer Open aber einen herben Dämpfer. Vielleicht war es doch etwas zuviel des Guten und eine Pause wäre besser gewesen. Diese Erfahrungen muß man als Spieler auch machen. Die Bäume wachsen nicht einfach unlimitiert in den Himmel. Irgendwann ist man „überspielt“. Wenn er daraus die richtigen Schlüsse zieht wird ihn das stärken. Selbst Schachprofis sagen, daß man die Belastung von 2 Spielen pro Tag nicht unterschätzen sollte. Es kostet viel Kraft soviele Turniere und Partien in relativ kurzer Zeit zu absolvieren. Manchmal ist weniger doch mehr.

    Markus · 19. Januar 2023 um 15:49

    Ich sehe es eher so, dass das Glück von Böblingen ( er hat da definitiv zu viele Punkte gewonnen ) später ausgewogen wurde. Im letzten Turnier hat er seine Zahl wieder bestätigt. Und ja, ich würde mir das nicht mehr antun 🙂

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