Bei nur 9 Spieltagen und nur einem Aufsteiger war das Heimspiel der Ersten Mannschaft gegen Herrenberg 2 bereits richtungsweisend, ob wir diese Saison noch etwas nach oben schielen dürfen in der Kreisklasse oder uns schon gleich auf Abstiegskampf einstellen müssen.

Und so waren alle hochmotiviert und pünklich, wir hätten schon um 8:40 Uhr anfangen können, wenn von den Gästen nicht einige im Nebel steckengeblieben wären und einer sogar gar nicht antrat. So kam Stefan zu einem kampflosen Sieg und verabschiedete sich jubelnd um noch etwas beim Mannschafts Landesfinale Geräteturnen der Damen in der Sporthalle zuzuschauen, der Grund, weshalb wir das Heimspiel wieder im Musiksaal der Lindachschule bestritten.

Ich sorgte an Brett 2 schnell für das 2 zu 0, nachdem ich früh einen rückwärtigen Bauern gewinnen konnte, ging mein Gegner in ein verlorenes Endspiel, das ich sicher verwerten konnte. Ähnlich stark startete Markus, nachdem sein Gegner die Französische Verteidigung etwas ungewöhnlich interpretiert hatte. Im Gefühl vielleicht etwas zu sicher stellte Markus aber zuerst die Qualität ein und musste sich dann dem immer stärker spielenden Gegner und seinem geballten Königsangriff geschlagen geben, nur noch 2 zu 1.

Johannes, der durch sein erstes richtiges Turnier in Deizisau, viel Erfahrung gegen noch mehr DWZ-Punkte tauschen musste, spielte souverän an Brett 3 und willigte in ein Remis ein, nachdem er sah, dass Kai gut und Jürgen auf Remis stand, 2,5 zu 1,5. Doch jetzt wurde es spannend …

Denn Jürgen stand heute an Brett 1 völlig neben sich, verbrauchte in ausgeglichener Stellung jeden Zug Minute um Minute seiner Bedenkzeit. Alle fieberten mit, wann er endlich einen Gang hochschalten würde, es kam aber nichts, so ging die Partie sogar verloren, Ausgleich 2,5 zu 2,5.

Jetzt kam aber Kai, der die Nerven sofort mit seinem Sieg an Brett 6 wieder beruhigen konnte. Von der Eröffnung bis zum schönen Matt hatte er seinen Gegner voll im Griff, teilte sich die Zeit gut ein und erlaubte keinerlei Gegenspiel.

Ein wichtiger Sieg mit 3,5 zu 2,5. Das nächste Spiel ist am 11.12. auswärts gegen Spvgg Böblingen 3.

[Bericht von Rafael.]


Markus steht nach der Eröffnung auf Gewinn …


Rafael reicht ein Bauer …


Kai sichert den Sieg mit schönem Matt …


8 Kommentare

Kai · 14. November 2022 um 12:25

Wer weiß, vielleicht bleibt die Saison spannend bis zum Schluss. Für die nächste Partie benötigen wir jedoch mindestens einen motivierten Ersatzspieler.

    Rafael · 14. November 2022 um 12:32

    Wenn ich mir die Brettpunkte anschaue, sind die anderen Mannschaften schon beeindruckender als wir. Aber schlagen können wir definitiv alle.

Markus · 15. November 2022 um 18:40

Solange Kai auf dem Niveau spielt, und ein schönes Matt findet, muss uns nicht Angst werden. Aber ja, bei 6 Spielern kippt ein Spiel schnell mal, wenn einer mal Böcke schießt.

    Rafael · 16. November 2022 um 15:30

    Deine Niederlage konnte ich sehr gut nachvollziehen, solche Partien hatte ich zuletzt einige. Wenn es in der Eröffnung perfekt läuft, verliere ich oft den Fokus. Oder Jonathans Traxler war ähnlich. Und plötzlich findet der Gegner nur noch gute Züge. Jürgens Spiel/Zeitmanagement konnte ich hingegen gar nicht verstehen.

Jane · 23. November 2022 um 2:40

Die schachliche Realität ist doch leider eine andere. Vermeidung des Abstiegs ist das Thema. Schönträumerei hilft sicher nicht selbigen zu vermeiden.. Auch auf Spielern herum zu hacken die verloren haben hilft nicht weiter. Teamgeist buchstabiert sich anders…

    Rafael · 23. November 2022 um 8:12

    Für mich entscheidet es sich schon am nächsten Spieltag, da haben wir auswärts einen starken Gegner. Geben wir da Punkte ab, gucke ich persönlich bloß noch nach unten.
    Bei den Berichten sind wir immer sehr wohlwollend, die Spieler, die verloren haben, kriegen dann erst bei der gemeinsamen Analyse am Spielabend richtig auf die Mütze, da wird immer viel gelacht. 🙂

Jane · 23. November 2022 um 14:26

Wenn man liest, daß man „motivierte Ersatzleute“ brauche, in einem eh schon auf 6 Spieler abgespeckten Team, da stellt sich doch vielleicht die Frage, ob es nicht angebracht wäre darüber nachzudenken, weshalb einige Spieler heute offensichtlich nicht (mehr) bereit sind für diese Mannschaft zu kämpfen. Ist es hilfreich wenn man sich anstattdessen über das angeblich mangelhafte Zeitmanagement des Spitzenspielers ausläßt der leider verloren hat oder ist es hilfreich, daß man sich damit tröstet nach der Eröffnung doch so schön auf Gewinn gestanden zu haben? Hilft es sich darüber zu freuen daß der offensichtlich überforderte Gegner ins Matt gestolpert ist? Es sitzen Menschen am Brett, es spielen Menschen und keine Roboter. Das sollte man bei allem sportlichen Ehrgeiz bitte niemals vergessen.

    Rafael · 23. November 2022 um 15:19

    Einer spielt diese Saison aus privaten Gründen nicht, zwei sind umgezogen und einer kümmert sich um seine demente Frau. Und größer ist der Verein im Grunde nicht, der Rest sind Jugendliche und Kinder, die erst in der zweiten Mannschaft Erfahrung sammeln sollen.

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