Gegen Magstadt war es wieder einmal spannend. Wer in der Festhalle an den Brettern entlang flanierte, sah die ersten beiden Stunden kaum Bewegung.
Bei Markus stand da sogar noch das komplette Material auf dem Brett. Allenfalls bei Jürgen zeichnete sich bei 2 Minusbauern ein schweres Endspiel ab.
Für Zählbares sorgte nach zweieinhalb Stunden Spielzeit Jonathan mit Matt. Der Gegner hatte schlichtweg die Übersicht verloren und bei Jonathan’s mutigem Königsangriff keine Verteidigung gefunden. Ähnliches Glück hatte auch Stefan, standen nach einem Generalabtausch plötzlich 2 Leichtfiguren auf einer Reihe. die er mit dem Turm einfach angreifen konnte. Nachdem sich nur eine davon decken oder wegziehen ließ, gab der Gegner sofort auf.
Kurz danach stellte Gert seinen Gegner vor die Wahl Damenverlust oder Figurenopfer. Allerdings war für den Magstädter auch nach dem Figurenopfer die Stellung hoffnungslos.

Für Heiko lief’s weniger rund. Schon frühzeitig hatte er sich eine Bauernschwäche machen lassen, die der Gegner prompt belagerte.
Auf der Suche nach Gegenspiel verschlechterte er seine Stellung weiter. Zwar konnte er die Rochade des Gegners verhindern, verlor aber anschliessend durch einen Doppelangriff eine Figur und damit die Partie.

Nach gut 3 Stunden wurde es auch bei Markus spannend. Durch einen Figurenverlust, den der Gegner gleich in einen Turmvorteil verwandeln konnte, konnte er die eigene Bauernkette schließen und mehr oder weniger sämtliche Figuren des Gegners auf den Damenflügel verbannen. Auf der durch das (unfreiwillige) Opfer entstandenen offenen Linie ließ er er anschließend einen munteren Königsangriff folgen, der ihm mit hübschem Schluss den vollen Punkt einbrachte. Als nächster durfte Robin gewinnen. Bei Schwerfigurenendspiel schickte er sich an, einen Freibauern durchzudrücken. Trotz lichter Stellung übersah der Gegner ein Schach auf der 7. Reihe, welches ihn sofort einen Turm und damit die Partie kostete.

Bei einer Führung von 5 zu 1 sah es an den ersten beiden Brettern nach einer Punkteteilung aus.
Jürgen’s Gegner wollte mit seinen beiden Mehrbauern unbedingt das Endspiel bei ungleichfarbigen Läufern gewinnen. Umsichtig ließ Jürgen seine Stellung geschlossen – letztenendes fand der Gegner keinen Gewinnweg.
Witzigerweise half dies dem Mannschaftsführer. Die Remisangebote des Gegners ablehnend schaffte er es zu einem Turmendspiel mit einem Mehrbauern.
Hätten die beiden Kontrahenten etwas Ahnung von Endspielen gehabt, hätte man sich wohl auf ein Remis geeinigt. In Zeitnot fand aber der Magstädter nicht die richtige Verteidigungsstrategie, was mir erlaubte, den Bauern umzuwandeln und den vollen Punkt doch noch zu gewinnen.

Bei Jonathan lief der Gegner in seinen Angriff.

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20. Nxh6+? gxh6 21. Qg4+ Qg7 22. Qxd7 Nf4 $36 23. g3 Qg6! { Ein wichtiger Zug, um der weißen Dame das Feld f5 zu nehmen. Pläne sind 24. …- Ta-d8 25.Dxb7 und nun …- Sh3+ nebst
…- Sxf2 oder sogar …- Td6 gefolgt von …- Tf6. Der weiße König steht sehr unter Druck. } 24. Qxb7? { Aus Angst, dass der Dame die Felder ausgingen. } (24. Kf1?? Ne6! { (Computerzug) Sogar noch besser als das Endspiel nach 24. …- Ta-d8 25.Dxf7+, welches wir ebenfalls betrachtet haben. } 25. Bxe6 fxe6 $19 $40) (24. d3! { Die beste Umsetzung der Idee Dxf7+. } 24… Rad8 25. Qxf7+ Qxf7 26. Bxf7+ Kxf7 27. gxf4 exd3 { Möglicherweise gewinnt Schwarz dieses Endspiel, doch es liegt noch ein steiniger Weg vor ihm. }) (24. Rxe4 { Noch so eine Idee. }) 24… Nh3+ 25. Kg2 Nxf2 { Erneut möglich, doch nun ist das Endspiel noch härter für Weiß. } 26. Bb2?? { Tut nichts für die Verteidigung. } (26. Qxf7+ { Erneut möglich, jedoch ist das Endspiel nun noch härter für Weiß. } 26… Qxf7 27. Bxf7+ Kxf7 28. Rf1 Rf8 29. Rxf2+ Bxf2 30. Kxf2 Ke6+ 31. Ke3 Rad8 $19) 26… Qf5? { Nichts überstürzen! Doch nachdem Weiß bereits dreimal auf Dxf7+ verzichtet hatte, habe ich nicht mehr damit gerechnet. } (26… Rf8! { Nebst 27. …- Df5 und Sieg. }) 27. d4?? { Der Plan hinter Lb2; Leider wird der Lb6 nicht für das Matt benötigt. } 27… Qf3+ { Und Aufgabe wegen 28.Kf1 (oder Kg1) – Sh3# }
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In der Stellung machte Markus einen folgeschweren Fehler, der sich im Nachhinein als gewinnträchtiges Figurenopfer herausstellte.

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18. g4? Nh4+! 19. Kh1 g6 { fängt den Läufer } 20. gxf5 { aber Weiß bekommt Raum und Bauern dafür } 20… gxh5 21. f6 Bd8? { ist wohl schon falsch, Schwarz hätte einfach den Bauern schlagen müssen } 22. Ng3 Bg6 { stellt eine Falle } 23. Nxh5 Be4+ 24. Nf3 Bxf3+ 25. Rxf3 { und Weiß steht danach eigentlich besser } 25… Nxf3 { Nun bei +2.3 für Weiß. } (25… Nf5 { wäre sicherer gewesen }) 26. Qxf3 Rf7? 27. Qg4+ (27. f5 { mit deutlichem Vorteil } 27… exf5 28. Bh6 Ne7 29. Rg1+ Ng6 30. Qxf5 { und Weiß wird wohl im Sturm gewinnen }) 27… Kf8? (27… Kh8 28. Qxe6 Rf8 29. Be3 Qb7 30. Qxd5 Rf7 31. Rg1 Bb6 32. Qg2 Na7 33. e6 Qxg2+ 34. Rxg2 { sieht wild aus und genügt }) 28. Be3 Nb8 (28… Ne7 { wäre besser gewesen } 29. Rg1 Ng6 30. f5 exf5 31. Qxf5 Bxf6 32. Nxf6 Kg7 33. Nh5+ Kg8 34. Nf6+ Kg7 35. Rg3 Qd8 36. Rh3) 29. Rg1 (29. f5 exf5 30. Bh6+ Ke8 31. Qg8+ Kd7 32. Qxf7+ { ist deutlich einfacher }) 29… Bxf6 30. Qg8+ Ke7 31. Nxf6 (31. exf6+ Rxf6 32. Rg7+ Kd6 33. Nxf6 Qc7 34. Ne8+ Kc6 35. Qxe6+ Qd6 36. Qxd6# { wäre einfacher gewesen. }) 31… Qd8 32. Qg5 { stellt Schwarz vor unlösbare Probleme } 32… Nd7 33. Nxd5+ (33. Ne4+ { gewinnt leichter } 33… Nf6 (33… Ke8 34. Nd6+ Kf8 35. Qg8+ Ke7 36. Qxf7#) (33… Kf8 34. Qg8+ Ke7 35. Qg5+ Kf8 36. Qh6+ Ke7 37. f5 Qf8 38. Qxe6+ Kd8 39. Nd6 { gewinnt immer }) 34. Nxf6) 33… Ke8 34. Qg8+ (34. Qh5 exd5 35. Rg8+ Nf8 36. e6 Qc7 37. f5 { gewinnt einfacher }) 34… Nf8 35. Nf6+ Ke7?? { verliert sofort } (35… Rxf6! { ist die kritische Variante } 36. exf6 Qd5+ 37. Rg2 { mit nur +1.7 } 37… Ra7 38. Qg5 Rf7 39. Qxd5 exd5 40. Rg5 Rd7 { ist noch ein hartes Stück Arbeit }) 36. Rg7! {mit undeckbarem Matt} Ra7 { Schwarz gibt Weiß die Chance, Matt zu setzen. } 37. Rxf7#
[/ctpgn]

Fritz hatte am Ende ein absolut gleichwertiges Endspiel, das er dann doch noch gewann. Manchmal lohnt es sich einfach, auszuhalten.

[ctpgn id=fritz fen=“8/4k3/8/r4pRp/2K2n1P/5P2/2B5/8 b – – 2 40″]
40… Kf6 41. Kc3 Rc5+ 42. Kd2 Re5 43. Kc3 Ne6 44. Rxh5 Re3+ 45. Kd2 Rxf3 { Weiss könnte jetzt auf f5 einfach nehmen und hätte das Remis sicher, aber man will ja gewinnen… } 46. Bd1 Rf2+ 47. Ke3 Rf1 48. Ke2 Rh1 49. Rh6+ Ke5 50. Ba4 Nd4+ 51. Kf2 Kf4 52. h5 Rh2+ 53. Kf1 Ke3 54. Bc6 { Der Läufer soll Matt verhindern, nach Tf2-Schach wär’s aber schnell vorbei, egal in welche Richtung der König verschwinden will. } 54… Nxc6 (54… Rf2+ 55. Ke1 Rc2 56. Kd1 Rxc6 57. Rxc6 Nxc6 58. h6 Nd8 59. h7 Nf7) 55. Rxc6 Rxh5 56. Rc3+ Kd4 57. Rf3 Ke4 58. Ra3 Rh2 59. Ra4+ Kf3 60. Ra3+ Kg4 61. Ra8 f4 62. Rg8+ { Der Verlustzug… Philidor lässt grüßen. } 62… Kf3 63. Ke1 Rh1+ 64. Kd2 Kf2 65. Rf8 f3 66. Rf7 Rh4 67. Kd3 Rh6 68. Rf8 Rd6+ 69. Kc3 Ke2 70. Re8+ Kf1 71. Rf8 f2 72. Rf7 Rg6 73. Kd2 Kg1 { der Bauer ist nicht zu halten. }
[/ctpgn]

Brett 1 und 2

Durch den hohen Sieg mit 6,5 zu 1,5 übernahm Stetten die Tabellenführung in der Kreisklasse. Um sozusagen vor der Winterpause „Herbstmeister“ zu werden, müssen wir am 4.12. noch in Vaihingen ran. Bleibt uns das Glück weiterhin hold, sollte auch das eine lösbare Aufgabe sein.


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