Was für ein Schachturnier. Ach was, eins, es waren drei. Die WAM mit 14 Gruppen, der Württembergische Jugendpokal mit U8, U10 und U12, und dann noch der Schulschach-Grandprix mit den Stufen 1./2., 3./4. und 5. bis 8. Klasse. Die Schach-AG und der Schachclub Stetten hatten sich zum Ziel gesetzt, so viele aktive Teilnehmer wie noch nie zu stellen, und wir haben es mit 13 Teilnehmern auch geschafft. Und Difu wollte eigentlich auch noch WAM spielen, musste aber beim Leistungstraining vom Verband mitmachen.

Schon um 8:30 Uhr waren viele Spieler mit ihren Eltern bereits da, und es gab das übliche Magstadt-Durcheinander. Man hatte sich vorher zwar schon angemeldet, aber jeder musste weiterhin einen Anmeldezettel ausfüllen, der dann über 3 Stationen bis zur Kasse ging. Ebenso die Betreuer und Eltern mussten sich registrieren, leben wir aktuell doch in Corona-Zeiten. Der Schachclub übernahm für die Kinder und Jugendlichen die Startgebühr, nur die Erwachsenen müssen ihn selbst tragen.

Man spielte sich teils warm, oder stand einfach rum und besprach das Hauptthema Corona. Es gab neue Regeln: Dem Gegner zu Beginn freundlich zunicken (nicht die Hand geben), das Remisangebot mit 2 gekreuzten Zeigefingern untermalen, und bei Verlust den König umlegen. Aber mehr Einfluss hatte der Virus zum Glück an dem Tag nicht.

Das Turnier war wie immer gut vorbereitet, mit viel Platz, so dass der Lärm sich in Grenzen hielt. Gut, dass die Schulschach-Spieler in einer separaten Halle waren, da dort der Lärmpegel immer groß war.

Es startete zuerst die WAM, mit der Rekordbeteiligung von 6 Stettenern: Fritz, Jan Philipp, Kai, Chris (bei seinem ersten Turnier!!), Timo (auch das erste Mal bei der WAM) und Lukas. Großartig, alle sitzen und spielen zu sehen. Man wusste gar nicht, wo man überall zuschauen sollte.

Kurze Zeit später ging es im Jugendpokal los, dort spielten Audrey und Kaiyu zum ersten Mal. Alle anderen hatten schon eine DWZ, von daher war die Besetzung recht stark.

Gegen 10:00 Uhr startete dann auch endlich das Schulschachturnier, mit 5 Stettener Schach-AG Kindern. Dabei waren Tiffany und Hanyu mit Sicherheit die jüngsten Teilnehmer, sind doch beide noch im Kindergarten. Außerdem spielten Dian, Max und Maris, für alle war es ihr erstes Turnier. Markus versuchte, einige der Partien mitzustenografieren (es ist zwar Schnellschach, aber oft ist nach wenigen Minuten schon alles vorbei), die Gewinnpartien findet ihr unten.

Dafür waren die Schulschachspieler wie immer als Erste fertig. Jeder hatte mindestens eine Partie gewonnen, den Vogel schoss aber Hanyu ab, der (als 5-jähriger) in der Altersklasse 1./2. Klasse mit 6 aus 7 Partien zweiter wurde. Und das schon beim allerersten Turnier, bravo! Aber auch die anderen hatten ihren Spaß, und bei der Siegerehrung bekam jeder noch einen Preis.

Danach war dann der Jugendpokal dran, hier hatte Kaiyu nach schwachem Beginn doch noch die Hälfte gewonnen, Audrey ging diesmal leider leer aus. Fast, denn sie bekam den Pokal für das beste (weil einzige) Mädchen. Beide haben aber toll gespielt, das war mit Sicherheit nicht ihr letztes Jugendpokalturnier.

Bei der WAM gab es überwiegend gute Ergebnisse: Allen voran Jan Philipp, der mit drei starken Partien in Gruppe 8 seinen nächsten Pokal gewann. Leidtragender war in derselben Gruppe Kai, der die direkt Begegnung verlor und an dem Tag nicht die gewohnte Matchhärte zeigte.

Chris trat bei seinem ersten DWZ-Turnier an und wurde daher ganz hinten in Gruppe 14 eingestuft. Er schaffte starke 1,5 Punkte aus den 3 Partien, hätte aber eigentlich alle 3 gewinnen müssen, weshalb er auch eher unzufrieden hinterher war. Aber das lag hauptsächlich an der mangelnden Erfahrung in solchen ernsthaften Partien. Immerhin schaffte er aber ein Remis gegen einen Gegner mit DWZ, womit er schon das erste Kriterium erfüllt hat um selber eine DWZ zu bekommen.

Timo trat in Gruppe 11 an und war dort nach DWZ der Schwächste. Aber er spielt ja auch kaum Turniere und ist unterbewertet. Und so schaffte er es tatsächlich in ein Stechen um Platz 2 bis 4, das er gegen zwei Erwachsene gewinnen konnte. Das Blitztraining zahlt sich definitiv aus! Lukas spielte in Gruppe 13 erst sein zweites WAM. Er scheute in seinen drei Spielen keine Verwicklungen und hielt immer voll dagegen, was auch mit seinem ersten Sieg belohnt wurde. Seine positive Entwicklung diese Saison, die auch schon in der C-Klasse zu sehen war, ist beeindruckend. Beim nächsten WAM-Turnier wird er sich dann auch bestimmt seine erste eigene DWZ-Zahl erspielen.

Besonderes Highlight war Fritz in Gruppe 1, der bei solchen Turnieren ja eigentlich nicht antritt. Aber aus Solidarität zu seinen Vereinskollegen, aus Nähe zu seinem Wohnort und als Vorbereitung für die erneute Teilnahme beim Grenke-B-Open im April war auch er zur Freude aller dabei. Er erwischte mit zwei 2000er und einem 1900er richtig schwere Aufgaben, holte mit 1,5 Punkten aber ein super Ergebnis. Ein bisschen hatte er hinterher Angst zu viel DWZ zu gewinnen und beim Grenke dann im A-Open antreten zu müssen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Grenke wegen Corona abgesagt wird, ist eh so groß, dass die paar DWZ plus nicht schaden werden.

Am Ende waren alle doch ein wenig platt, insbesondere auch die Betreuer, für die nach dem Turnier noch die Nacharbeit anstand mit Enträtseln der Partieformulare und Aufbereiten der Bilder von den Turnieren. Markus fiel abends um 22 Uhr ins Bett, stand am Folgetag doch auch schon die nächste Runde in der Bezirksklasse an.

Hier einige Impressionen von den Turnieren, nicht alle in der richtigen zeitlichen Reihenfolge, aber darum geht es nicht.


Für alle, die auch Schach sehen wollen, hier noch einige Partien oder Schnipsel davon. Nicht vergessen, hier sind sehr gute und erfahrene Spieler neben kompletten Anfängern zu sehen.

Hier die für mich überraschenste Endstellung, gespielt von einer 5-jährigen gegen einen 6-jährigen. Tiffany mit Schwarz setzt hier Dian mit Weiß matt. Als ich sie fragte, ob sie gesehen hat, dass das Matt sei, hat sie ja gesagt …

Hanyu hat viele Partien gewonnen, das war die erste. Ob sein Gegner gut war … sicher nicht, aber das Matt, das er sah, ist einfach großartig. Und er wollte das!

Dass Audrey und Kaiyu irgendwann aufeinandertreffen, war fast sicher. Dass Kaiyu am Ende gewinnen konnte, hätte man bis 3 Züge vor dem Ende nicht geahnt. Kaiyu hat Weiß, Audrey Schwarz.

Max hatte großes Pech in der Partie. Er dachte, er hätte seinen Gegner schon Matt gesetzt, übersah aber, dass eine der Figuren hängt. Schade!

Jan Philipp und Kai spielen normalerweise in der gleichen Mannschaft, aber miteinander. Diesmal waren sie in der selben WAM-Gruppe, und mussten damit das erste Mal gegeneinander spielen. Mit dem glücklichen Ausgang für Jan Philipp. Jan Philipp hat Weiß, Kai Schwarz.

Kai hatte aber auch eine schöne Gewinnpartie. Hier ist sie.

Timo spielte eine blitzsaubere zweite Partie. Und als Trainer ist man richtig stolz, wenn Motive des Trainings auftauchen!

Lukas lieferte sich in Runde 2 einen epischen Kampf, bei dem dann der letzte Bauer entschied.


1 Kommentar

Rafael · 8. März 2020 um 21:02

Überall Kinder, Jugendliche und Erwachsene vom Verein spielen zu sehen war toll. Diese Turniere bringen so viel für die schachliche und auch persönliche Entwicklung. Und dann noch zu sehen mit welchem Einsatz und Spaß zur Sache gegangen wurde, war toll.

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