Am vergangenen Sonntag waren im Musiksaal der Lindachschule die Backnanger zu Gast. Als langjährige Landesligisten war die 1. Mannschaft von Backnang hoch favorisiert, zumal sie an allen Brettern die deutlich höhere Spielstärke auswiesen.

Nach gut 2 Stunden gab’s das erste Zählbare. Stefan hatte mit dem Gegner bereits alle Schwerfiguren getauscht. Die komplett geschlossene Bauernstruktur war so verschachtelt, dass man schon die Brechstange hätte auspacken müssen, um irgendwo aktiv zu werden. Mit einer Punkteteilung war wenig später auch der Mannschaftsführer zufrieden. Okay – die vorgerückten Bauern sahen nach fulminantem Königsangriff aus. Eine entscheidende Fortsetzung oder ein schönes Opfer war aber nicht drin und da war halt der Spatz in der Hand gegen den früheren Trainer von GM Arik Braun gefühlsmäßig besser als die Taube auf dem Dach.

Weniger erfreulich lief es für Gert. Schulbuchmäßig hatte er sich eine vorteilhafte Stellung erarbeitet und dem Gegner einen schwachen Isolani im Zentrum verpasst. Zur Bewertung solcher Einzelbauern gibt’s Regale von Lehrbüchern und auch hier wurde mit zunehmender Spieldauer der Bauer vom Schwächling zum Riesen. Durch Doppeltürme gedeckt und mit Läuferunterstützung musste Gert schlussendlich einen Turm für 2 Bauern geben. Das anschließende Endspiel war nicht zu halten. Auch Rafael tat sich schwer. Bei gegenläufigen Rochaden entschied er sich für aktiven Bauernvorstoß, was aber dem Gegner ein hübsches Bauernopfer ermöglichte um eine Linie für seine Türme zu öffnen. Mit dem Eindringen der Türme über die D-Linie war’s danach in wenigen Zügen vorbei.

Besser machte es Sergej am 8. Brett. Während er mit der Dame auf den nicht rochierten König des Gegners los ging, hoffte der seinerseits auf ein Grundreihen-Matt. Sergej war schlichtweg einen Zug schneller, mähte mit der Dame die Zentrumsbauern ab und setzte den Gegner nach wenigen Zügen matt. In der Zeitnotphase schaffte Jürgen wenig später den Ausgleich. Ein paar schnelle Züge von beiden Seiten, eine Springergabel zur rechten Zeit und schon war’s vorbei.

Bei Jonathan brannte das Brett ständig. Immer hingen irgendwelche Bauern oder Figuren, was aber seinem Drang, dem gegnerischen König an den Kragen zu gehen, keinen Abbruch tat. Das Verteidigungsbollwerk des Gegners hielt sämtlichen Bemühungen stand und als sich die Reihen lichteten, war plötzlich ein remisiges Turmendspiel auf dem Brett. Nach Zugwiederholung einigte man sich auf Punkteteilung. Für die Kiebitze war die Partie ein echter Genuss.

Bei Stand von 3,5 zu 3,5 hing der Ausgang des Kampfes an Robins Partie. Zwar hatte der Gegner einen Mehrbauern, allerdings hintereinander stehend nicht sonderlich gefährlich. Bei völlig ausgeglichener Stellung war in einem reinen Turmendspiel mit reichlich Bauern alles drin. In der Zeitnotphase wollte Robin zunächst den König ins Zentrum bringen, statt mit Turm den Doppelbauern des Gegners anzugreifen. Mit zunehmender Spieldauer geriet Robin immer mehr in die Verteidigung. Mit Bauernopfer im Zentrum erhoffte er sich noch einen aktiveren König um Richtung Damenflügel zu marschieren. Umsichtig verteidigend ließ aber der Gegner nix anbrennen und drückte nach und nach einen seiner Doppelbauern durch.

Mit dieser recht knappen Niederlage geht’s mit einem Platz im Mittelfeld in die Winterpause. Bisher haben wir uns in der Bezirksliga achtbar geschlagen, Jürgen und Fritz zählen aktuell mit 4 Punkten aus 5 Partien zu den besten 6 Topscorern der Staffel.

Im Viererpokal wird diese Woche Magstadt zu Gast sein. Die Begegnung startet ab 11 Uhr im Musiksaal. Kiebitze zur Unterstützung ausdrücklich erwünscht.

[Bericht von Fritz]


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