Gegen Vaihingen gab es zum wiederholten Male eine ausgesprochen freundschaftliche Begegnung. Manfred Lube ließ schon bei der Eröffnungsrede durchblicken, dass wir wohl haushoher Favorit wären und wollte uns mit Kaffee und Butterbrezeln etwas milde stimmen.
Und so sah es zunächst auch aus. Nach gut zweieinhalb Stunden Spielzeit hatte Robin bereits einen Bauern weniger, Markus die Qualität eingebüßt und bei Sergej drohte bereits Unheil, weil seine gedrückte Stellung keine Rochade mehr zuließ.
Auch bei Fritz war die Anfangseuphorie dahin, nach einigen Abtäuschen sah es nach wenig erbaulichem Endspiel aus. Wenigstens standen Jonathan und Jürgen klar besser, nach der Herbstmeisterschaft sah das aber nicht aus.

Nach und nach verbesserten sich unsere Stellungen und Fritz durfte als erster dank Gewinn einer Figur den ersten Punkt verbuchen. Nur wenige Minuten später sah es auch Jonathan’s Gegner ein, dass sein Endspiel aufgabereif war. Mit munterem Königsangriff sorgte Gert für den nächsten Punkt und auch Stefan durfte Matt setzen.

Nachdem wir klar führten, gab Sergej seine Partie auf. Er hatte das Pech, an Brett 8 dem DWZ-stärksten Vaihinger gegenüberzusitzen. Ihm drohte bereits weiterer Materialverlust, der im Zentrum gebliebene König war zum Spielball für die gegnerischen Türme geworden.
Wenig Mühe hatte Jürgen mit Hanno Dürr. Ins Endspiel mit 2 Mehrbauern abwickelnd, ließ der Gegner noch ein schönes Matt mit Turmopfer zu.

Mit etwas Hilfe durch seinen Gegner hatte es Robin inzwischen geschafft aus dem Minus- einen Mehrbauern zu machen, der sich anschickte, mit Unterstützung durch Springer und König gen Grundreihe zu laufen. Zwar ließ sich der Bauer aufhalten, dafür fielen die Bauern auf der anderen Seite. Mit 2 Freibauern war’s dann ein leichtes, die Partie heimzuschieben.
Zu guter Letzt gewann auch noch Markus. In der Zeitnotphase hatte er zum Königsangriff geblasen und dabei Material zurück gewonnen und ins Endspiel mit Mehrfigur abgewickelt. Zwar musste er noch 2 Freibauern aufhalten, nach Abtausch des letzten Springers des Gegners war auch das kein Problem mehr.

Mit dem klaren 7 : 1 konnten wir die Tabellenführung weiter ausbauen und sind damit Herbstmeister!

Im neuen Jahr werden wir den Tabellenzweiten Leinfelden am 15.1.2017 empfangen. Da dürfte es bereits zur Entscheidung kommen, wer am Ende der Saison den Aufstieg in die Bezirksliga schafft.


Jonathan hatte eine neue Eröffnung vorbereitet, und konnte die dann gleich gewinnbringend umsetzen.

[ctpgn id=jonathan fen=“8/2kn2p1/3p1p1p/PpnPp3/4PP2/B1PNK3/6PP/8 w – – 0 32″]
{in der Stellung hatte Jonathan einen Bauer mehr, und aktivierte nun seine Figuren …}
32. Nb4 { Der Springer möchte nach c6. } 32… Nb8 (32… Na4! 33. Nc6! $16) 33. fxe5 { Damit ist Schluss mit den taktischen Feinheiten nach …- xf4. } 33… fxe5 34. Nc2 { Ein Gewinnplan, der im Folgenden funktionieren wird. } 34… Nb3? (34… Kb7 35. Bb4 Ka6 $18 { Die Entscheidung fällt womöglich auf dem Königsflügel; So oder so ist Schwar total gelähmt. }) 35. Bb4! Nc5 36. Na3 1-0 { der zweite Bauer fällt, und Schwarz kann sich nicht mehr regen.}
[/ctpgn]

Robin gewann ein eigentlich gleiches Endspiel. Schwarz hat zwar einen Freibauern, aber der verbundene Freibauer von Weiß auf der d-Linie ist genauso gefährlich. Jedoch ….

[ctpgn id=robin fen=“8/n7/7p/1k4p1/1p2Pp2/5P1P/2K1NP2/8 w – – 0 43″]
43.Nd4+
( 43.Kd3 Nc6 44.Nd4+ Nxd4 45.Kxd4 {gleicht komplett aus} )
43…Kc4 44.Nb3 Nc6 45.Nd2+ Kb5 46.Nb3 Ne5 47.Nd2 Ka4 48.Nb3 Ka3 49.Nd4
Ka2 50.Nb3 Nxf3 51.Nc1+ Ka3 52.Nd3 Nd4+ 53.Kb1 Kb3 54.e5 Ne6 55.Nc1+ Kc3
56.Ka2 Kd2 57.Kb2 h5 58.Na2 Ke2 59.Nxb4 Kxf2 60.Kc2 g4 61.hxg4 hxg4 62.
Nd3+ Ke3 63.Ne1 f3 64.Kd1 g3 65.Nc2+ Kf2 66.Ne1 g2 67.Nxf3 Kxf3 0-1
[/ctpgn]

Markus hatte eigentlich eine aussichtsreiche Partie, übersah dann eine Kombination des Gegners. Durch Kampf und Nadelstiche hat er sich den Punkt dann doch geholt.

[ctpgn id=markus fen=“r1b1kb1r/2q2ppp/p2pp3/2n1n1P1/1p1NPB1P/5P2/PPPQ4/1NKR1B1R b kq – 1 14″]
14… Rb8?! { Übersieht den folgenden Konter (auch wenn Schwarz gutes Gegenspiel hat9 } 15. Bxe5 dxe5 16. Nc6 { der Konter. } 16… Be7 (16… Rb6 17. Qd8+ Qxd8 18. Rxd8#) 17. Nxb8 b3 { ein Versuch (vielleicht fällt Weiß rein) } 18. Bc4 { leider richtig } (18. axb3 Nxb3#) (18. a3 bxc2 19. Qxc2 (19. Kxc2 Nxe4+ { gewinnt die Dame }) (19. Bc4 cxd1=Q+ 20. Qxd1) 19… Nb3#) 18… bxc2 19. Qxc2 Qxb8 { damit die die Qualität futsch. } 20. Nd2 O-O 21. Nb3 Nd7 { Ich will nicht tauschen. } 22. Kb1 Nb6 23. Qe2 { Schwierige Entscheidung: den Bauern auf a6 verteidigen, oder Linien öffnen? } 23… Bd7 { Linien! } 24. Bxa6 Qa7 25. Bb5 { Abtausch erzwungen } 25… Bxb5 26. Qxb5 Ra8 27. Nc1 { Jetzt geht es um Nadelstiche, Weiß hat nur noch 13 Minuten für 13 Züge. } 27… Rb8 28. Rd2 Nd5 29. Qd3 Nb4 30. Qc3 Ra8 31. b3 { Erste Lockerung } 31… Qa6 32. Rhd1 Nc6 { Schwarz hat noch nichts konkretes, aber Weiß hat Zeitprobleme (5 Minuten Rest). } 33. Qd3? Qb6 { Vorsicht auf d8! } 34. Qc4 Nd4 35. Qd3 { 3 Minuten } 35… Bb4 36. Rg2 Nb5 { mit Ausgleich! (nach Stockfish) } 37. Rdg1? { stellt sich nachher als der entscheidende Fehler raus. } 37… Bc3 { leider nicht der beste, aber unangenehm. } (37… Na3+ 38. Kb2 Rd8 39. Qe2 (39. Rd1 Rxd3 40. Rxd3 Qc7 { mit deutlichem Vorteil für Schwarz }) 39… Qd4#) 38. a4 { erzwungen } 38… Qc5? { ein Fehler, aber riskant für Weiß. } 39. Na2 { 20 Sekunden } 39… Na3+ 40. Kc1 Bd4+ { Und gewinnt den Turm zurück. } 41. Kd1 Bxg1 42. b4 Qd4 43. Qxd4 Bxd4 44. a5 Rc8 45. Rd2 Kf8 46. Rd3 Nb5 47. Kd2 Ke7 48. Rb3 Kd6 { und Schwarz gewann nach 15 Zügen }
[/ctpgn]


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