Ein trauriger Anlass, aber dennoch ein Anlass. Der Artikel ist weniger ein Bericht, mehr eine Zusammenfassung, was sich für unseren Schachclub durch Corona geändert hat, und wie wir damit umgegangen sind. Dabei werde ich viele Referenzen nutzen auf bestehende Artikel, die für den einen oder die andere neu sein werden.

Wie alles begann …

Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich mit Kindern zum Bezirksschulschachturnier nach Göppingen gefahren bin (siehe Bericht), und wie Audrey auf der Rückfahrt zu einem der Berichte im Radio sagte: Corona, Corona: man hört nichts anderes mehr. Wenn ich damals gewusst hätte.

Letztes Turnier vor Corona

Anfang März fand das alljährliche Turnier in Magstadt statt (siehe Bericht), mit einer Rekordbeteiligung aus Stettener Sicht. Man konnte schon ein wenig spüren, dass sich was verändert, aber bis auf die strengeren Hygienebedingungen bei der Essensausgabe fühlte sich noch alles normal an. Es sollte das letzte Turnier für lange Zeit gewesen sein.

Letztes Ligenspiel gegen Sillenbuch

Das Wochenende darauf fand die Begegungn gegen Sillenbuch (siehe Bericht) statt, mit einem unglücklichen Ende für die Erste. Damit kam es dann auf das letzte Spiel gegen den Tabellenzweiten Schmiden/Cannstatt an, ob wir gegen den uns würden halten können?

Corona ist da

Dann ging es sehr zügig. Alle Sportveranstaltungen, alles Training wurde abgesagt, die letzte Chance hätten die Kinder der Schach-AG am 13.3. gehabt, aber am Abend vorher sagte ich den Eltern, dass ich eine Teilnahme nicht verantworten könne. Fritz war einer der Leidtragenden, wollte der doch seinen Titel beim Grenke Open verteidigen (siehe Absagen zuhauf).

Was macht der Club?

Aber wir haben das beste aus der Situation gemacht: die Schach-AG Online war der erste Versuchsballon, danach kam der erste Online-Vereinsabend. Ich hatte unseren Ansatz für den Schachverband als Artikel eingereicht, der dann Monate später tatsächlich eingestellt und prämiert wurde. Wir haben mit Ecki ein erstes Online-Simultan durchgeführt, und die Online-Schachveranstaltungen explodierten (siehe ein Beispiel sowie Kai beim Online-Open. Wir haben dann Online-Teamkämpfe begonnen (siehe 1, 2 und 3).

Wann können wir wieder raus?

Nach dieser intensiven Online-Phase wurde der Wunsch immer stärker, auch sich vor Ort mal wieder treffen zu können. Eine erste Begehung war ernüchternd, aber wir haben ein Hygienekonzpet erstellt, und konnten den ersten Vereinsabend samt Schach-AG wieder durchführen.

Nach der Sommerpause fand ein erstes (und einziges) Turnier in Altbach statt. Strenge Hygienerichtlinien, eine gute Beteiligung. Audrey und Tiffany nahmen an einem Auswahlturnier teil, bei dem Audrey sich als Dritte für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren konnte. Und wir hatten unser Spiel gegen Schmiden/Cannstatt mit einem überraschenden Sieg und damit Klassenerhalt. Aber würde es eine neue Saison geben (jetzt wissen wir, natürlich nicht).

Ein Hauch von Normalität

Wir haben dann unsere HV vor Ort durchgeführt, mit viel Abstand und großer Disziplin von allen. Ein Beamer und Leinwand wurde beschafft, und in der Schach-AG eingeweiht, jede Woche ~20 Kinder vor Ort, die begeistert bei der Sache waren. Auch die Planungen für die neue Saison liefen an. Audrey und Tiffany nahmen an den Deutschen Meisterschaften U10 teil, die ganze Familie vor Ort, und man konnte Online mitfiebern. Und sogar die KJEM fand „wie gewohnt“ statt.

Wieder (nur) Online

Ab November dann die Reißleine, ab sofort wieder alles nur Online, auch die Schach-AG. Hier sind seitdem 10 Kinder konstant und mit guter Laune dabei, aber mir fehlen ganz arg die 10, die online nicht wollen oder können. Das hat sich auch in einer Umfrage, die wir durchgeführt hatten, bestätigt. Das Nikolausblitz 2020 fand eine überraschend gute Teilnahme, einige der Externen haben auch den Sprachkanal über Discord genossen.

Aktuell hat man den Eindruck, dass alle jetzt online-müde sind, und es nicht mehr erwarten können, bis eine Kombination aus Impfungen, Tests, AHA-Regeln uns wieder einen „Normalbetrieb“ erlauben. Mal sehen, wann es soweit ist, wir tun auf jeden Fall alles dafür, dass wir zur Normalität (aber ohne Risiko) zurückkehren können.


1 Kommentar

Kai · 15. März 2021 um 16:24

Vielleicht noch erwähnenswert ist, dass mit dem 2. Heidelberger Schachherbst vom 29.10. – 01.11. quasi mit dem zweiten Lockdown ein Open mit ca. 160 Teilnehmern stattgefunden hat. Mit einem sehr guten Hygienekonzept, das aus Regeln für den Toilettengang (maximal zwei Personen gleichzeitig), den üblichen AHA-Regeln und permanent und gut belüftetem Saal, konnte dieses Turnier erfolgreich – und ohne Infektionen – durchgeführt werden. Im Gegensatz zu Altbach sogar ohne Maskenpflicht am Brett. Ich hatte gehofft, dass Altbach und Heidelberg mehr Nachahmer finden.

Bamberg ist derzeit noch ausgeschrieben, dürfte aber der nächsten Welle zum Opfer fallen und dann bliebe in absehbarer Zeit wohl nur Innsbruck.

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